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Laut schwedischen Medien ist der Richter der die Pirate Bay Jungs verknackt hat aktives Mitglied in mehreren “schützt das Copyright” Initiativen, die zum Teil auch der entsprechenden Industrie Nahe stehen.

The copyright industry likes to have the outcome of processes clear before engaging them so it’s perhaps unsurprising that SR today revealed that the judge Tomas Norström is in league with it on many fronts. The judge has several engagements – together with the prosecution lawyers for the movie and music industries.

Schaut ganz nach einem Interessenskonflikt aus und die Pirate Bay Anhänger rufen schon nach einem retrail.

Am 18. März habe ich hier über demonstrierende Schüler und das offensichtliche gutheißen dessen durch Lehrer geschrieben:

Jetzt kann man sagen: Aha, auch Schuldirektoren sind lernfähig und anerkennen das Recht auf freie Meinungsbildung und -äußerung. Oder man sieht es (realistischer) und erkennt, dass Entscheidungen wann Schüler wo und wie an Demokratie teilnehmen dürfen, sehr wohl von Eigeninteressen der Entscheider getrieben sind und dass eine Demo für die Interessen der Lehrer unterstützenswerter ist, als das Auftreten gegen Studiengebühren und andere soziale Themen.

Aktuell greift ein Standard Artikel (Schüler “zur Demo verdonnert”) dieses Thema wieder auf. Diesmal sollen jedoch die Schüler quasi gezwungen worden sein für die Lehrerschaft zu demonstrieren.

Dieser Tage aber bekamen einige Eltern von ihren Kindern den Satz zu hören: “Ich will keine Streikbrecherin sein, darum muss ich mitdemonstrieren.” Mit den Lehrerinnen und Lehrern, gegen die von Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) geplante Erhöhung der Lehrverpflichtung.

Gerade diese vermeintlichen “Nebenschauplätze” zeigen für mich, dass Bildung noch immer das politischste aller angeblich unpolitischen Themen ist.

Magna Cum Lousy

Die Wirtschaftskrise und vor allem der Umgang mit Bonuszahlungen ist für viele Kommentatoren auch eine Krise des elitären US-Ausbildungssystems. Der Ivy League wird vorgeworfen, dass sie hauptsächlich Gier, Egoismus und Asozialität bei ihren Studierenden gefördert haben und nicht vorausschauendes planen und Verantwortung.

Soweit ich das mitverfolgt habe bemühen sich die Elite Unis seit dem dot com bust und den Accounting-Skandalen um Enron und Worldcom redlich nachhaltigkeit und Verantwortung in ihre Curricula aufzunehmen. Wie das bei Veränderungen im Bildunssystem aber nun mal so ist, dauert es eine zeitlang bis die AbsolventInnen in der Wirtschaft angekommen sind und noch etwas länger bis die dort dann auch etwas verändern können. Genug Zeit um auch wieder viel aus den CSR Vorlesungen zu vergessen.

Diejenigen die für die aktuelle Krise mitverantwortlich sind haben jedenfalls noch ganz andere Curricula absolviert als die Anführer von morgen.

Magna Cum Lousy bringt eine feine Slideshow, wer der ehemaligen Masters of the Universe wo die Schulbank gedrückt hat. Erschreckend wie klein die Powernetzwerke der “größten Demokratie” sind.

Fanboys

Screw you Highschool comedy. This looks like REAL nerdy-stuff.

Cult of Done

Prokrastination war noch nie meins. Nicht, dass ich alles sofort angehe und fertigbringe. Auch ich schiebe oft und vieles vor mir her. So schreibe ich jetzt diesen Beitrag, statt die Studi-Arbeiten weiter zu lesen, was ich aber unterbrochen habe weil sich die Sonne hinter Wolken versteckt hat, ich meinen sonnigen (aber trotzdem kühlen) Platz am Balkon aufgeben musste, dabei am Computer vorbei kam, kurz schauen musste ob die Welt noch steht und jetzt seit zwei Stunden Keks und Soletti essend (damit ich mir keine Gedanken über das kochen machen muss) einige Artikel im Guardian (empfehlenswert jener zum Arbeitsplatzbuch von Alain de Botton) und einen Haufen Blogs gelesen habe.  Aber das zelebrieren bzw ästhetisieren dieses Zustandes ist mir unsympathisch. Im besten Fall entspricht es einem oberflächlichen, seltsam interpretierten Gestalt Prinzip, im Normalfall ist es eine als Rechtfertigung missverstandene Ausrede für Muqua Smalltalk.

Während ich also so vor mich hin prokrastiniere treffe ich auf  das The Cult of Done Manifesto von Bre Pettis und Kio Stark:

The Cult of Done Manifesto

  1. There are three states of being. Not knowing, action and completion.
  2. Accept that everything is a draft. It helps to get it done.
  3. There is no editing stage.
  4. Pretending you know what you’re doing is almost the same as knowing what you are doing, so just accept that you know what you’re doing even if you don’t and do it.
  5. Banish procrastination. If you wait more than a week to get an idea done, abandon it.
  6. The point of being done is not to finish but to get other things done.
  7. Once you’re done you can throw it away.
  8. Laugh at perfection. It’s boring and keeps you from being done.
  9. People without dirty hands are wrong. Doing something makes you right.
  10. Failure counts as done. So do mistakes.
  11. Destruction is a variant of done.
  12. If you have an idea and publish it on the internet, that counts as a ghost of done.
  13. Done is the engine of more.

So, Punkt 13. aufgreifend: Blogbeitrag für Millionen potentielle LeserInnen geschrieben, jetzt gehts wieder an die Forschungsberichte. Auf die Noten warten zwar nur 50 Leute, dass aber mit Sicherheit und mit gewisser Wertschätzung.

Schüler haben heute morgen in Dornbirn gegen die “2 Stunden mehr im Klassenzimmer unterrichten” Forderung der Unterrichtsministerin demonstriert.  Pikanter Weise wurde die Demo von der Sozialistischen Jugend Vorarlberg organisiert.

Ich finde es gut, dass sich die Schüler auch wieder mal auf der Straße um ihre Zukunft Gedanken machen. Prinzipiell finde ich es auch gut, dass die Schüler diesmal nicht mit negativen Konsequenzen rechnen müssen.

Vom BORG Schoren in Dornbirn haben nach Angaben des Direktors Norbert Häfele etwa 40 Prozent der Schüler, rund 140 Personen, an der Demo teilgenommen. Die Teilnahme bleibe für die Schüler folgenlos, wenn sie eine Bestätigung der Eltern bringen, dass diese mit der Teilnahme einverstanden sind.

Wäre ja noch schöner wenn die Lehrer, Lobbyisten die für sie auftreten bestrafen. Aber das war nicht immer so. Ich habe jetzt leider nicht die Zeit, das genau zu recherchieren aber ich kann mich an heftige Diskussionen vor einigen Monaten (oder ist es schon länger her?) erinnern, ich glaube es ging um die Studiengebühren, wo Schüler mit dem Rauswurf und Eltern mit Anzeigen gedroht wurde wenn sie zur Demo gingen bzw. ihren Kindern eine Entschuldigung schreiben.

Jetzt kann man sagen: Aha, auch Schuldirektoren sind lernfähig und anerkennen das Recht auf freie Meinungsbildung und -äußerung. Oder man sieht es (realistischer) und erkennt, dass Entscheidungen wann Schüler wo und wie an Demokratie teilnehmen dürfen, sehr wohl von Eigeninteressen der Entscheider getrieben sind und dass eine Demo für die Interessen der Lehrer unterstützenswerter ist, als das Auftreten gegen Studiengebühren und andere soziale Themen. Mal schauen, wie die Lehrer bei einer anderen Demo reagieren.

Mehr Diversity

Migration, nicht nur in Österreich ein heißes Thema. Mit der weltweiten Wirtschaftskrise wird es sicher nicht auskühlen. (Ganz abgesehen von den anstehenden Wahlen hierzulande.) Auch in den USA, dem Einwanderungsland schlechthin, bricht schön langsam eine Diskussion vom Zaun, wie das mit qualifizierter Einwanderung so aussieht. Auch in dieser Diskussion schlägt schon die Wirtschaftskrise durch; einerseits durch nationalistische Argumentation, dass in wirtschaftlichen Krisen vorerst mal Jobs für die Inländer geschaffen werden müssen (klingt bekannt) und andererseits durch erste Bedenken, dass es in nächster Zeit zu einem unangenehmen Brain Drain kommen könnte.

Zur nationalistischen Argumentation muss nicht viel gesagt werden, ausser vielleicht, dass hier auch strukturelle Probleme und Machtmissbrauch bei der Visa-Vergabe in den letzten Jahren aktuell an die Oberfläche gespült werden. Das H-1B Visa Programm wurde ursprünglich ins Leben gerufen, damit amerikanische Unternehmen hochqualifizierte ArbeiterInnen ins Land “importieren” können, um Positionen zu besetzten die nicht mit “einheimischen” Fachkräften besetzt werden können.  In den letzten Jahren wurde dieses System, so der aktuelle Vorwurf, pervertiert, weil vor allem ausländische Outsourcing-Unternehmen Mitarbeiter in die USA geschickt haben um sie dort auszubilden damit sie dann den Job eines Amerikaners (whatever that is) übernehmen zu lassen. Die Top 4 Unternehmen die 2008 Arbeitsvisa bekommen haben sind alle aus Indien und vor allem für das Outsourcing von Dienstleistungen bekannt: Infosys Technologies, Wipro, Satyam und Tata Consulting.

Interessanter finde ich die Diskussion über einen möglichen Brain Drain durch das Abwandern von Immigranten, deren amerikanischer Traum entweder geplatzt ist oder die einfach erkennen, dass es zu Hause, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, schöner und sicherer ist. Interessante Zahlen bringt Vivek Wadhwa von der Duke University.  Er hat, mit einigen KollegInnen, 1203 indische und chinesische Immigranten befragt, die er via LinkedIn gefunden hat, die die USA wieder verlassen haben.

The vast majority of returnees, we found, are relatively young—30 on average for Indians, 33 for Chinese. Their degrees are in management, technology, and science. Among the Chinese, 51% have MAs, 41% PhDs. Among Indians, 66% hold MAs and 21% are PhDs. These figures put the returnees in the U.S. population’s educational top tier—precisely the kind of people who can make the greatest contribution to innovation and growth. And it isn’t just new immigrants who are returning home, we learned. Some 30% of the respondents had permanent resident status or were U.S. citizens.

Was sind die Gründe für die Rückkehr? 84% der Chinesen und 69% der Inder geben bessere Berufschancen an. 10% der Inder hatten in den USA eine gehobene Managementfunktion. Dieser Wert stieg in der Heimat auf 44%  an. Bei den Chinesen stieg der Wert von 9% auf 36%. Diese besseren Berufschancen heißen aber nicht automatisch mehr Geld, sondern im Gegenteil, weniger Geld dafür aber höhere Lebensqualität in einer bekannten Umgebung und Kultur. 67% der Chinesen und 80% der Inder geben “better family values at home” als wichtigen Rückkehrgrund an.

Um jetzt mal mit der Kurzsichtigkeit eines H.C. und seiner Freunde gefragt: Eben, die kommen zu uns, lassen sich ausbilden, gratis und auf unsere Kosten bzw verdienen sich ihr Studium mit Drogenhandel und dann hauen sie wieder ab. Warum sollten wir uns also um die überhaupt kümmern?

Because immigrants are critical to our long-term economic health. Although they represent just 12% of the U.S. population, they have started 52% of Silicon Valley’s tech companies and contributed to more than 25% of U.S. global patents. They make up 24% of science and engineering workers with bachelor’s degrees and 47% of those with PhDs.

Von solchen Zahlen ist Österreich sicherlich noch weit entfernt – umso mehr ein Grund sich für mehr Diversity stark zu machen!

Maria Bartiromo spricht in der BusinessWeek mit Jim Rogers, dem “Jugendpartner” von George Soros in dessen Quantum Fond. Rogers weiß zwar nicht unbedingt die Namen derer die er kritisiert, aber dafür kritisiert er sie umso heftiger.

Rogers: They all took huge, huge profits. Who was the head of Citigroup? Chuck Prince? I mean, how many hundreds of millions of dollars did Prince take out of the company? How many hundreds of millions of dollars did other Citibank execs take out of the company? Wall Street has paid something like $40 billion or $50 billion in bonuses in the past decade. Who was that guy who was the head of Merrill Lynch
Bartiromo: Stan O’Neal?
Rogers: Right, Stan O’Neal. He got $150 million for leaving, even though he ruined the company. Look at the guy at Fannie Mae (FNM), Franklin Raines. He did worse accounting than Enron. Fannie Mae and Freddie Mac (FRE) alone did nothing but pure fraudulent accounting year after year, and yet that guy’s walking around with millions of dollars. What the hell kind of system is this?

Auch sonst ist Rogers in seinen Aussagen direkt und eindeutig: Citigroup, AIG, GM, etc. sie alle sollen in Konkurs gehen, schließlich gehen die Bail-Outs auf Kosten derer die sich vernünftig Verhalten haben und das ist für Rogers “outrageous economics, and it’s terrible morality”.

Und auf eine schneller Erholung des Weltmarktes brauchen wir uns auch nicht “vorbereiten”.

First of all, banks and investment banks and insurance companies have been failing for hundreds of years. Yes, we would’ve had a terrible two years. But you’re dragging out the pain. We had 10 years of the worst credit excesses in world history. You don’t wipe out something like that in six months or a year by saying: “Oh, now let’s wake up and start over again.”

Wer durch die Wirtschaftsteile der Tagespresse und Magazine blättert und liest, wird immer wieder auf Aussagen stoßen, dass die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise keinen Stein auf dem Anderen lassen wird. Alles wird sich verändern müssen. Viele diesbezügliche Argumente sind seit mindestens zehn Jahren immer wieder im Gespräch, im letzten halben Jahr aber massiv verstärkt.

Jetzt befinden wir uns nicht zum ersten Mal in einer großen Krise, auch wenn vieles darauf hindeutet, dass die Krise, zumindest was die Zahlendimensionen betrifft, schlimmer ist/wird als alles bisherige. Vergleichbar ist aber die Einschätzung, dass auch frühere Krisen antraten, wenn ich so sagen darf, die “Naturgesetze” der Ökonomie grundlegend zu verändern.

Was bleibt allerdings von diesen Revolutionsansagen übrig? Nach einiger Aufregung hat sich immer wieder ein neues altes Gleichgewicht eingestellt und die Welt hat im Großen und Ganzen so weitergemacht wie davor. Längere stabile Zeiten werden von kurzen chaotischen Perioden unterbrochen, bis sich alle angepasst haben und sich das System stabilisiert. Dieser Ablauf hat auch theoretische Erklärungen gefunden und nennt sich Punctuated equilibrium, kommt aus der Evolutionstheorie und wurde für die Sozialwissenschaften adaptiert.

John Hagel III, John Seely Brown und Lang Davison haben im Blog von Harvard Business Publishing unter dem Titel The Big Shift eine Reihe von Beiträgen verfasst, die das oben beschriebene Modell kritisieren. Sie argumentieren, dass konstante Veränderung zur Norm geworden ist, dass die technologischen Veränderungen der letzten Jahre (Rechen- und Speicherkapazitäten, Bandbreite, Vernetzung)  eine Stabilsierung nicht mehr zulassen.

And because the underlying technologies don’t stabilize, the social and business practices that coalesce into our new digital infrastructure aren’t stabilizing either. Businesses and, more broadly, social, educational, and economic institutions, are left racing to catch up with the steadily improving performance of the foundational technologies.

Daraus folgern die Autoren, dass eine Welt entsteht, in der kein Branchenprimus mehr für längere Zeit Primus bleibt, in der ökonomische Krisen häufiger vorkommen und in der sich die allgemeine Volatilität (Aktienbewertungen, Rohstoffpreise, Markenwerte) erhöht. Der Begriff “langfristig” bekommt täglich neue Bedeutung.

Eines der besten Interviews zum Thema Incentives und CEO Bezahlung habe ich in der BusinessWeek vom 2. März gelesen. Maria Bartiromo spricht mit Nell Minow von The Corporate Library, einem Unternehmen das sich mit corporate governance beschäftigt.

Eines der Themen im Interview ist Obamas Gesetz zur Limitierung des CEO Gehalts der 20 bestbezahlten Mitarbeiter in Unternehmen die staatliches Geld bekommen. Folgendes Zitat sollte man unserer Regierung und den Bankern mitgeben. Erstere haben die Hosen gestrichen voll und wollen nur ja keinen Fehler machen. Letztere nehmen zwar gerne das Geld, qualifizieren aber jegliche Auflagen die mehr als die acht Prozent Zinssatz betreffen als übertrieben, sozialistisch und nicht dem freien Markt entsprechend ab.

The most important is that this is not the government regulating CEO pay. This is capitalism. This is the provider of capital insisting on some improvement in CEO pay. And whether you are a distressed company that goes to a private equity firm for help or to your Uncle Max for help, those people are going to insist on some kind of a giveback with regard to pay. So this is a business partner negotiating. Caps don’t really have much of an impact, but they send a powerful message. To me, the interesting part is the restricted stock. The fact that there’s no limit on the restricted stock means that you can earn a zillion dollars under this program as long as you earn it. And the fact that it cannot vest until the government gets [paid back] is very, very good. It really does the best job possible of aligning the interests of the managers with the interests of investors and taxpayers.

Klar, dass es dazu auch einen perfekten Dilbert Comic gibt:

Dilbert.com

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