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Facebook Ads

Im Österreich-Netzwerk von Facebook Werbung zu machen ist noch ein Minderheitenspass, den sich auch ambitionierte Blogger mit überschaubaren Marketingbudget leisten können. Dementsprechend ist die Werbung irgendwo zwischen Freiwilligen Hilfsdienst in Peru, kleinen Onlineshops und Mädels die dir ein Airbook schenken wollen, angesiedelt.

Anders sieht dass auf der anderen Seite des großen Teichs aus. Valleywag hat “screenshots of facebooks five most ridiculous ads” online gestellt. Natürlich nicht uneingeschränkt Office tauglich, wie es so schön heißt.

Pretty amusing ist der Streit in den Comments ob nun die “dummen Werber” schuld sind, dass ihre Werbung so wenig gezielt auftaucht oder die Facebook Profiling-Technologie so schlecht ist, dass auch Frauen nackte Brüste und Hot Gay Men präsentiert bekommen.

Öffentlichkeit im Wandel

Ein Comcast Kunde twittert “Comcast sucks“. Frank Eliason, Comcast’s Customer Outreach Manager hat sich eine Twitter-Comcast-Alarm gesetzt und meldet sich darauf bei dem User: “Welcome to Twitter. How can I change your perception?”. Seltsamerweise findet das der Comcast User gar nicht lustig und sieht das als Einbruch in seinen “personal space”. Sein “personal space” bezieht sich also auf “messages publicly available to the world on the Internet”. Da muss der Gute aber aufpassen, dass er nicht in meinen “personal space” eintritt und ich ihn wegen Verschmutzung meines informationsökologischen Biotops wüst beschimpfe ;-)

Mal im Ernst - das Internet verändert ganz offensichtlich unsere Wahrnehmung was privat und was öffentlich ist und solche Beispiele zeigen nur wie fundamental, aber scheinbar noch immer zu wenig öffentlich diskutiert, diese Verschiebung ist. Mir selbst ist es auch schon passiert, dass ich aus diesem Blog auf ein anderes Blog verlinkt habe und dann vom Blogger ein überrascht-verständnisloses Mail bekommen habe, wie ich auf die Idee komme ihn zu verlinken, ist sein Blog doch nur für seine Freunde und nicht für die allgemeine Öffentlichkeit bestimmt. Facebook liefert mir auch immer wieder McLuhan’sche Probes dieser Art.

Die Freunde-Verlinkerei der diversen Social Networks suggeriert eine Intimität die so bei weitem nicht vorhanden ist und erfordert eine Diskussion von “privat” und “öffentlich” die über die bekannten soziologisch/habermas’schen/politikwissenschaftlichen Positionen hinausgeht. Die Forschungsgruppe Internet am Graduiertenzentrum der Fakultät für Sozialwissenschaften, Universität Wien hat sich diese Frage dank Axels Diss schon öfters gestellt und viele Beispiele für diesen cultural turn (?) gefunden. Vielleicht braucht es einen psychologischen Zugangsvektor der Öffentlichkeit nicht als soziologisch/gesellschaftlich/politisches Konzept versteht sondern als individuelles abstecken von Grenzen?!

Gefunden auf valleywag.com

Da hat die SPÖ also doch noch einen Antrag auf Abschaffung der Studiengebühren eingebracht. Der ist aber nicht ganz ernst zu nehmen, wie im Ö1 Abendjournal gerade ziemlich direkt kommentiert wurde. Man wird nicht darüber im Parlament abstimmen, schließlich will man regierungstechnisch nur gemeinsam abstimmen - die ÖVP ist weiterhin dagegen (Fehler eingestehen konnten die - wie auch die anderen - noch nie), auch wenn es eine bunte Mehrheit dafür geben würde.

So wird also mit den Interessen vieler tausender ÖsterreicherInnen umgegangen. Man erlaubt sich einen Scherz damit, weil man wehleidig ist weil der Regierungspartner alleine vorgeprescht ist und einen Ethikunterricht vorgeschlagen hat. Aha, auf der einen Seite eine absolut abstrakte Diskussion über Ethikunterricht und der stellt man eine seit Jahren sehr manifeste, und viele Menschen sehr direkt betreffende Diskussion über Studiengebühren gegenüber.

Vielleicht könnte sich mal jemand auf die Suche nach Wasseradern in der Löwelstrasse machen, weil mir gehen die Erklärungsmodelle für das Verhalten derer die dort arbeiten (?) aus. Zuerst lauthals die Studiengebühren abschaffen wollen und damit auf Stimmenfang gehen, dass dann nicht durchsetzen können, dann monatelang nichts weiterbringen und nur streiten, endlich soll wieder gearbeitet werden und dann fällt den Granden nichts anderes ein als die ohnehin schon verärgerten Studiengebührengegner zu verhöhnen und die Studiengebühren wieder auf die Titelseiten zu holen.

Weiterhin warte ich auf das erste Fettnäpfchen in das die SPÖ nicht mit Vollgas hineinspringt.

Ken Lee

Kennen Sie Ken Lee? Nein! Dann wird es höchste Eisenbahn. Mariah Carey hat ihm schon vor Jahren ein gefinkeltes Tribute gesungen, dass aber erst durch die bulgarische Nachwuchssängerin Valentina Hasan richtig dechiffriert wurde.


Eigentlich wollte ich diese Meldung schon gestern bringen, aber da habe ich dann doch befürchtet, dass es zu sehr an einen Aprilscherz erinnert. De facto ist die Meldung aber schon ein paar Tage alt, insoferne Aprilscherz-unverdächtig.

Anfang der 90er Jahre waren Guns N’ Roses, nicht nur für Hans Krankl, die größte Rockband des Planenten. Zu ihren Hochzeiten musste man oft auf den in engen weißen Radlerhosen herumlaufenden Axl ebenso lange warten, wie das Konzert dann selbst dauerte - siehe das 1992 oder 1993 von Premiere live übertragene Konzert aus Paris. Nach “Use your Illusions 1 + 2″ und dem unfreundlichen Abgang von Izzy Stradlin war die Luft draussen.

Überego Axl Rose kündigte 1996 ein neues Album an, welches schon1999 auch einen Namen bekam: Chinese Democracy. Die Veröffentlichung wird seit damals - ähnlich Duke Nukem 3D - jährlich verschoben. Jetzt ist wieder Bewegung in die 13 Millionen Dollar Produktion gekommen.

Softdrink Produzent Dr. Pepper nutzt diese Gelegenheit für einen PR-Stunt und verspricht jedem amerikanischen Bürger und jeder Bürgerin eine Dose Dr. Pepper gratis, sollte das Album nun wirklich 2008 erscheinen. Immerhin 300 Mio Dosen. Zur Unterstützung hat man auf chinesedemocracywhen.blogspot.com ein Blog eingerichtet um alle Interessierten auf dem Laufenden zu halten.

Demokratie in China ist wohl auf den verschiedensten Ebenen aktuell ein heißes Thema.


Top 100 Videos

MTV Moderator Markus Kavka hat seine Top 100 Videos aufgelistet und im Zeit Blog die Liste gleich mit den Videos auf Youtube verlinkt. Vor allem letzteres macht die Liste wertvoll.

“Was soll denn das jetzt sein, dieses ‘Triller’?”, fragte mein Vater irritiert in die Runde. “Sriller?! Kenn ich auch nicht.”, erwiderte meine Mutter. “Das heißt ‘Thriller’!”, korrigierten wir beide und spuckten beim Versuch, unser bestes ‘tee-aitsch’ zu sprechen, kräftig durchs Wohnzimmer.

Seine Nummer 1 mit der auch ich sehr viel anfangen kann:

Unkle - Rabbit in your Headlights, von Jonathan Glazer


Häuser unter 1000 Dollar

Die sog. Subprime Krise und ihre Auswirkungen ist für mich trotz 10.000.000.000 Dollar Marktwertverlust bei Bear Stearns, 34.000 weniger Jobs im Bankensektor und Bankchefs die mehr Einfluss des Staates in der Branche votieren (jaja, Gewinne privatisieren, Verluste solidarisieren), noch immer eine relativ abstrakte Sache.

Abhilfe schafft hier ein Blick in US-Online-Immobilienbörsen. Da gerade eine x-te Wiederholung des Heimwerkerkönigs läuft, habe ich mich mal in Detroit umgeschaut und nach Häusern bis 10.000 Dollar gesucht. Von den über 20.000 Angeboten die auf Realtor.com gelistet sind entsprechen (für mich) unglaubliche 5.340 Properties meiner Suchanfrage. Wtf!

realtor-detroit.jpg

Um $100 darf man sich nicht viel erwarten und auch für $10.000 bekommt man keine Luxusvilla. Das ein Viertel der gelisteten Immobilien für unter $10.000 angeboten werden (ein Großteil Bankverkäufe) ist ein starkes Stück.

realtor-pebble.jpgWer jetzt, wie ich es für ein paar Sekunden tat, glaubt die Krise zu seinem Vorteil nützen zu können und billig nach Pebble Beach zu übersiedeln, wird entäuscht. Dem Luxussektor dürfte das Platzen der Immobilienblase relativ egal sein: bei $700.000 beginnt es und endet bei $35 Mio. Dafür zahlt sich bei solchen Summen der aktuelle Euro-Dollar Wechselkurs so richtig aus.

onelogo.gif

Liebe Freunde von der Brünner Strasse,

vollkommen realitätsferne und durchgedrehte zwei Euro 67 Eurocent (2,67) verlangt ihr mittlerweile von euren angeblich geschätzten KundInnen die gerne die Kontrolle über ihr Konto behalten wollen und euch keine Einzugsermächtigung gewähren. Wie wenn es nicht schon absurd genug wäre jemanden zum Bezahlen einer Rechnung extra etwas zu verrechen aber dieser absurde Betrag zeigt eure Wertschätzung für mich. Ich bin in der Bonusstufe Gold, zahle seit bald 10 Jahren brav die Rechnungen und werde dafür mit Methoden die ans Raubrittertum erinnern, gezwungen ein Spiel zu spielen das ich gar nicht spielen will.

Bei einer Nettosumme meiner Serviceleistungen und Verbindungsentgelte von zehn bis zwölf Euro (ich maile lieber als zu telefonieren) entspricht das schnell mal 20 Prozent meiner Telefonrechnung. Ich empfinde das als reine Erpressung jenseits aller Verhältnismäßigkeit! Die Ust hinzugerechnet ergibt, dass ich schnell mal für ein Viertel meiner Rechnungssumme keinerlei explizite Leistung erhalte!

Dass ihr Kunden habt, deren Zahlungsmoral schlecht ist, ist nicht meine Schuld. Mein Geld kommt immer via Onlinebanking direkt auf euer Konto - kein Papierkrieg included.

Eure nächsten Serviceoffensiven können mir gestohlen bleiben. Auch ein Upselling wird mich nicht interessieren. Genauso wenig Anti-Stress-Bälle, Fußbälle, Seifenblasen, Kartenspiele, Kappen, Frisbees und all der andere Marketingdreck der immer wieder eintrudelt und der mit meinem Erpressungsgeld bezahlt wird.

Reisst’s euch z’ammen!!!

Markt Sport Politik

Der Dalai Lama ist also ein gewaltbereiter Revolutionsführer der die Einheit Chinas gefährdet. Jenes China, dass sich nicht sehr viel um Copyrights und Vertragssicherheiten kümmert wie zahllose Beispiele zeigen. Um Menschenrechte kümmert man sich auch nicht sonderlich viel. Nicht so wichtig, schließlich musste man sich darum kümmern die Olympischen Spiele 2008 austragen zu dürfen. Bis vor kurzem dachte ich, dass allen Menschen auf dieser Welt klar ist, dass dies eine (wirtschafts-) politische Entscheidung war.

Dummerweise wurden in Tibet alleine in den letzten Tagen einige hundert Mönche und Zivilisten getötet. Jetzt wäre wieder einmal der Zeitpunkt wo die Politik Konsequenzen aus ihren bisherigen Handlungen ziehen sollte. Einige Unterstützer Tibets stellen einen möglichen Boykott der Spiele in den Raum. IOC-Präsident Jacques Rogge hält dass für den absolut falschen Weg, weil man damit ja die Athleten bestrafen würde. Ah eh, es geht um die Sportler und nicht um die Kohle. Demonstranten abschlachten und betende Mönche zur Al Kaida Chinas zu stilisieren ist aber vollkommen ok - scheinbar auch für den österr. Sportstaatssekretär Lopatka der sich zwar gegen einen Boykott ausspricht zum Thema Tibet aber sehr zahnlos bleibt: Weiterlesen »

Alles ist relativ

Letzten Freitag (14. März 08) sprach der oberste Boss von Bear Stearns noch davon, dass der Buchwert der Aktie bei ca. 80 US-Dollar liegt und man weit weg von einer Liquiditätskrise sei. Dann kam das Wochenende und heute Montag heißt es, dass eine andere US-Großbank, JPMorgan Chase Bear Stearns übernehmen wird - zu einem Aktienpreis von 2 US-Dollar je Aktie (Bear Stearns All Time High 170 Dollar, vor einem Jahr noch bei ca. 130 Dollar, aktuell vorbörslich bei 4 Dollar) ). Damit hat die Aktie innerhalb weniger Wochen gut 10.000.000.000 Dollar an Marktwert verloren.

Bear Stearns hat im letzten Spätsommer quasi den Startschuß zur uns noch immer beschäftigenden Finanzkrise gegeben, weil sie zwei fette Hedge Fonds schließen mussten die mit sog. faulen Krediten gehandelt haben.

Angesichts dieser neuen Hiobsbotschaft rudern heute auch andere Banken wieder zurück und sind nun doch wieder nicht ganz so sicher ob es vielleicht nicht doch noch unter Umständen möglicherweise ungeplante Belastungen geben könnte.

Als kleiner Einnahmen-Ausgaben-Rechner kann man da nur den Kopf schütteln. Die Marktwirtschaft und die Börsen im speziellen sollen sich angeblich durch ihre große Transparenz gegenüber anderen Organisationsformen positiv unterscheiden. Wenn dem wirklich so ist, muss dem großen Buch von der Relativität der Welt ein weiteres Kapitel hinzugefügt werden. Transparenz ist wohl auch ein sehr relativer Begriff und in der Art wie wir diesen Begriff auf unser Wirtschaftssystem anwenden ist dunkel-dunkelgrau immer noch transparenter als pechschwarz.

Die Gewinnwarnung bei Siemens passt da natürlich perfekt ins grausame Bild. Was sind die Zahlen der Unternehmen noch wert, wie kann man sich noch an Indikatoren wie zb dem KGV orientieren wenn der Geschäftsausblick einer Bilanzkonferenz keine zwei Monate hält.

(Jetzt bin ich durchaus nicht so naiv, dass das auf der Makroebene alles jetzt neu und überraschend für mich wäre aber an Tagen wie heute…)

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