Corporate Facebook Accounts
15. April 2010 von Peter
Was früher die eigene URL und Homepage war ist für viele mittlerweile ihre Facebook Seite geworden. Ich bin neugierig wann ich die erste Visitenkarte bekomme auf der nur mehr die Facebbook Vanity URL (http://www.facebook.com/petersteinberger) draufsteht. Diese Popularität zieht natürlich auch Unternehmen an und ich bilde mir ein, kürzlich in einem Tv Werbespot die Facebook URL statt der üblichen www.unternehmen.com URL gesehen zu haben. Das Cluetrain Manifest hat ja schon einige Jahre auf dem Buckel und die Ideen sind, einem Sickerwitz ähnlich, in den Köpfen vieler (klassischer) Marketers angekommen. Oder man siehts so: die massiven breaking through the clutter Aktionen diverser eMarketers, SEOs etc. zeigen Wirkung.
Jedenfalls ist ein Corporate Account auf Facebook (und Twitter) ein must have. Oder sagen wir so: eine Werbeagentur die in ihrem Pitch kein Social Media Kapitel hat, wird sich schwer tun. Geht ja auch ganz leicht und ist schnell eingerichtet. Was man dann damit anstellt, nun ja, das ist oft ein unausgeklügeltes work in progress. Ich selbst bin immer skeptisch wenn mich ein Corporate Account einlädt sein Fan zu werden, folge mittlerweile aber doch einigen (energieleben, trainerei, checkfelix), solange es nicht in Spam ausartet, ausserdem ist aussteigen ebenso leicht wie einsteigen.
Trotz des hohen Aufwands der in viele Unternehmensaccounts mittlerweile gesteckt wird, ist die Anzahl der Fans in den meisten Fällen doch eher mau. Besonders im Vergleich zu abstrusen Spassgruppen und Gruppen mit echten sozialen Anliegen.
Ein interessantes Phänomen in diesem Kontext ist die Fanseite von Raimund Korner. Der Name alleine wird den wenigsten etwas sagen, obwohl wahrscheinlich schon fast jede Öffi-fahrende WienerIn ihn einmal gehört hat. Raimund Korner ist U-Bahnführer (in Analogie zum Lokomotivführer?) und unterhält die Fahrgäste mit persönlichen, freundlichen und klugen Ansagen jenseits von “Zg ft ab”. Diesem Mitarbeiter der Wiener Linien wurde, von zufriedenen Fahrgästen, eine eigene Facebook Fanseite gewidmet die mit über 6000 Fans nicht nur den sehr erfolgreichen Checkfelix Account übertrumpft sondern auch die Wiener Linien Fanseite um den Faktor 10 “schnupft”.

Ich finde die fb group von/für Raimund Korner genial und der Erfolg zeigt auch das es hier (im Social Web) vor allem um Personen geht.
Corporate Accounts können halt schwer sympathisch sein, da ihnen in den meisten Fällen ein “Gesicht” fehlt, das hinter der Marke steht. Der nächste wichtige Faktor ist sicher “was kommuniziert” wird. Es ist für ein Unternehmen nicht immer leicht seine Fans laufend mit unterhaltsamen, Interessanten und hilfreichen Updates zu aktivieren bzw. zu einer interessanten Diskussion anzuregen.
Doch nur durch mehrmaligen (positiven?) Kontakt mit der Marke entsteht eine Verbindung mit dem Kunden.
D’accord Heinz, nur versuchen uns ja die Unternehmen tagtäglich, schon lange vor Social Media, als sympathisch etc. entgegen zu treten. Da waren es halt nur gut getestete Textzeilen und Bilder in fünf 30-Sekündern pro Jahr.
Unternehmen mit Privatkundengeschäft haben Zielgruppen und damit ein Themenbiotop. Irgendwie muss ja der Distinktionsgewinntransfer passieren, der uns vom verwenden bestimmter Marken versprochen wird. Sonst würde es ja nicht solche Videos geben
http://www.youtube.com/watch?v=LKmhuzOrDc0
Kann Meister Heinzobald nur zustimmen – es geht wirklich um die Personen, heißt nicht umsonst “Facebook”
Genau dieses klassische Werbebusiness, die slicken Slogans, die verlieren rasant an Wirkung.