Was passiert wenn mein Viral Marketing Budget zu klein ist
10. Februar 2010 von Peter
Neulich, zwischen ständig blinkenden Smartphones, gequälten Komplimenten, Lachsbrötchen und Mineralwasser:
Kunde: Wir haben ein megahippes Produkt, für eine junge, kostenbewusste Zielgruppe.
Agentur: Dann müssen wir online gehen, below the line gehen, denn dort sind die jungen Leute. Diese Leute stoßen Werbung ab, wie ein gesundes Immunsystem die Schweinegrippe.
Kunde: Gut. Was können sie mir da anbieten. Mein Budget ist, nun sagen wir es so, kostenbewusst.
Agentur: Wir müssen auf allen Kanälen präsent sein. Facebook, MySpace, Twitter, Friendfeed, Youtube, Google, Weblog, Postings in Social Networks. Quasi in your face aber subliminal, so dass die Leute nicht bemerken dass sie beworben werden. Wir reden mit den Kunden und schreien ihnen nicht nur unsere Botschaft ins Ohr.
Kunde: Also so virales …
Agentur: Ja genau. Durch unseren integrierten Kommunikationsansatz und die virale Strategie können wir maximum Exposure und ROI erreichen. Wir gehen dort hin wo die Zielgruppe ist. Streuverlust war gestern. Und den Rest besorgt dann die Community für uns.
Kunde: Das gefällt mir gut. Schick’ mir ein Angebot.
Agentur: Gerne. Mach ich. Ich maile noch heute unsere Social Network Marketing Unterlagen. Das erklärt alles, jede Plattform, jede Zielgruppe, Skalierbarkeit, SEO Maßnahmen, genaue Metrics eh klar.
So ähnlich stelle ich mir das Gespräch zwischen dem Mobilkom Produktmanager für bobtivist.at und seinem Key Account von der Agentur Identum vor. Die Umsetzung, z.B. im Standard bei einer Ansichtssache zum Thema Wall Street Filme, schaut dann zum Beispiel so aus:
Super subliminal, super elegant, super einfallsreich, super billig.


Ach, lass doch die armen Medianet-Sklaven in Ruh!
Wieso medianet? Müssen die RedakteurInnen, nachdem sie ihre relativ belanglosen Artikel geschrieben haben, für Anzeigenkunden posten?
500 eulen im monat und du kannst bei medianet das kleine paket des eclippings oder so ähnlich buchen….:)
Ja, das ist das nervigste rund um das Schlagwort “virales Marketing”: jede und jeder hält sich für eine/n Expert/in. DIE Lösung für JEDE/N KUNDEN/IN immer direkt parat zu haben – fein!
Danke für den Artikel. Und ich glaube Du liegst mit Deiner Vorstellung vom Verkaufsgespräch sehr richtig!
Ein Erfolgsmodell also, quasi ein falsch verstandenes perpetuum mobile. Ich kaufe Postings, die ich dann in der Auswertung der eclippings wieder verkauft bekomme wie erfolgreich ich online bin. Bin mir nicht sicher obs wirklich der Definition entspricht aber mir fällt dazu der Begriff self fucking systems ein