Magna Cum Lousy
25. März 2009 von Peter
Die Wirtschaftskrise und vor allem der Umgang mit Bonuszahlungen ist für viele Kommentatoren auch eine Krise des elitären US-Ausbildungssystems. Der Ivy League wird vorgeworfen, dass sie hauptsächlich Gier, Egoismus und Asozialität bei ihren Studierenden gefördert haben und nicht vorausschauendes planen und Verantwortung.
Soweit ich das mitverfolgt habe bemühen sich die Elite Unis seit dem dot com bust und den Accounting-Skandalen um Enron und Worldcom redlich nachhaltigkeit und Verantwortung in ihre Curricula aufzunehmen. Wie das bei Veränderungen im Bildunssystem aber nun mal so ist, dauert es eine zeitlang bis die AbsolventInnen in der Wirtschaft angekommen sind und noch etwas länger bis die dort dann auch etwas verändern können. Genug Zeit um auch wieder viel aus den CSR Vorlesungen zu vergessen.
Diejenigen die für die aktuelle Krise mitverantwortlich sind haben jedenfalls noch ganz andere Curricula absolviert als die Anführer von morgen.
Magna Cum Lousy bringt eine feine Slideshow, wer der ehemaligen Masters of the Universe wo die Schulbank gedrückt hat. Erschreckend wie klein die Powernetzwerke der “größten Demokratie” sind.

wie interpretierst du die noten – sollen die gelisteten dann jeweils ein c oder was immer da steht gehabt haben? im durchschnitt? werden die unis benotet?
Das habe ich mich auch gefragt. Ich schätze es ist die Note für die Uni. Ergibt sich aus einer Mischung von wie viele und wiederum wie viel die zur Krise beigetragen haben.
Was mich immer wieder verblüfft, bei den hohen Qualitätsansprüchen die sie immer postulieren, wie es ein Alkoholiker bestens durch zwei Eliteunis geschafft hat.
hm. findest du das menschen mit suchtkrankheiten von (elite-) universitäten ausgeschlossen werden sollten? gibt es da gerüchte bezogen auf eine bestimmte person? man kann ja auch mit sucht produktive phasen haben.
Ich finde nicht dass sie ausgeschlossen werden sollten. Mich wundert es nur dass es manche, von mir aus auch ein ganz bestimmter Ex-Präsident, den ich hier konkret meine, mehr oder weniger problemlos geschafft haben.
Eine Sucht ist nichts soziales; die will im Mittelpunkt stehen, insofern glaube ich nicht, dass man mit einer Sucht wirklich produktiv ist. Ohne der Sucht wären die produktiven Phasen wahrscheinlich länger.
Mir fällt jetzt auch spontan niemand ein der trotz Sucht (und ich meine jetzt nicht das eine Bier zum Abendessen, solange es bei einem bleibt) über längere Zeit wirklich produktiv war. Einige Künstler vielleicht, aber die sind dann früh verstorben und brauchten auch selten eine Uni zu absolvieren. Fällt dir wer ein?
künstler nur: charles bukowski, william burroughs, und fassbinder, aber der starb früh. mein niederlandistikprof. in köln, aber natürlich nur phasenweise, dann fiel er wieder aus. war aber ansonsten immer ein sehr angenehmer mensch.
wie meinst du “nichts soziales”? nicht dem sozialleben förderlich?
@digiom: Genau. Eine Sucht ist dem Sozialleben absolut abträglich bzw zerstört die Sucht auf längere sicht fast alle sozialen Kontakte. Wenn es nur mehr darum geht die Sucht zu befriedigen, werden die sozialen Kontakte zu einem Instrument. Dazu kommen dann noch beispielsweise gröbere Gefühlsschwankungen etc die das zusammenleben erschweren.