Weniger im Börsl aber das sitzt dafür lockerer
28. Januar 2009 von Peter
Wie jeder sympathische Neurotiker mit Existenzängsten (Kein Wunder wenn man schon als Kind Copingstrategien für den Weltuntergang wegen Treibhausgasen, sauren Regen, Aludosen, Einwegflaschen, Plastikflaschen, Müllberge, AIDS und Tschernobyl finden muss.) habe auch ich in den letzten Jahren immer brav einen Teil des erarbeiteten zur Seite gelegt, besser gesagt angelegt (auch mit staatlichem Bonus), um dann wenigstens in der (vielleicht nicht so rosigen) Zukunft (wenn man sie erlebt) auf nichts verzichten zu müssen. Man fährt nicht jetzt auf Weltreise sondern erst mit sechzig.
Jetzt sind mir in den letzten Tagen einige Konto- und Depotauszüge ins Haus geflattert. War das in den letzten Jahren ein überwiegend positives Erlebnis, ist heuer natürlich alles anders. Konnte ich mich vor ein paar Tagen noch selbst belügen und sagen “so schlimm ist es nicht” habe ich es jetzt schwarz auf weiß vor mir. Statt über Zukunftsvorsorge nachzudenken, stelle ich mal das Konzept Zukunft prinzipiell in Frage. Aus dem Konsumaufschub wurde eine Konsumunmöglichkeit.
Nicht ganz, heute hat sich nämlich etwas getan. Eine Paradoxie ist aufgetreten. Ich wollte eigentlich nur kurz ein Buch kaufen, bin dann aber wie so oft nicht bei den günstigen stw Bänden hängen geblieben sondern hatte plötzlich ein ziemlich teures Buch in Händen. Der erste Reflex war, “warten bis es die Paperback Variante gibt, es liegen eh noch genug ungelesene Seiten zu Hause herum”. Da war dann plötzlich die Paradoxie: Was solls, das Buch kostet einen Bruchteil dessen was ich letztes Jahr verloren habe und schneller als man Lehman Brothers sagen kann habe ich es gekauft.

Das Dilemma der Generation Spare-Froh.
“Geld macht glücklich, wenn man rechtzeitig drauf schaut, dass mans hat, wenn mans braucht”. Joki Kirschner, das alte Schlitzohr, lacht sich jetzt einen Ast…