James Bond – das war mir zu wenig
23. November 2008 von Peter
So, hab mir gerade den neuen James Bond: Quantum of Solace angesehen. Ich bin enttäuscht. Würde der Hauptdarsteller nicht relativ oft overdressed aber zerrissen herumlaufen, könnte man auch in jedem anderen Actionfilm sitzen. Bond hat keine Gadgets mehr, keinen Theme-Song (ausser im Abspann – hierher wurde auch das typische Intro mit dem Auge verbannt), praktisch keine Bond-Girls, kaum coole Sprüche und ultimativ gibt es auch kein “Mein Name ist Bond, James Bond” mehr . Der Aston Martin darf nur in der Actionsequenz zu Filmbeginn mitspielen. Danach fährt Bond Ford Hybrid SUVs oder was sonst gerade so auf der Strasse herumsteht, GTA-Style.
Irgendwie passt mein Eindruck von Bond zum gerade auf RTL laufenden Miami Vice Film mit Farrell und Foxx. Michael Mann hat sich dabei auch sehr weit von der TV Vorlage entfernt und dabei ganz viel Coolness verloren. Beide Male ist das Produkt eigenständig aber damit streng genommen nicht mehr Teil der Serie/Franchise.
Was mich bei Bond noch gestört hat, waren die unglaublich schnell geschnittenen Actionssequenzen in denen jedes Mal jeglicher Überblick verloren geht, bis dann alles explodiert und brennt. Im Prinzip kann man bei diesen Actionszenen getrost die Augen schließen und schauen wer noch steht wenn sich der Staub gesetzt hat. Nur, was bleibt dann noch über vom Film? Nicht viel, denn immer wenn Story erzählt werden könnte, schneidet Regisseur Forster die Szene raus und man bekommt nur die Kurzzusammenfassung präsentiert. Die schaut dann so aus: Person XY ist tot, oder Person XY lebt noch. Was sie erzählt hat, bleibt dem Zuseher ein Geheimnis.
In Casino Royal haben mir die Veränderungen gegenüber der Brosnan Ära noch weitgehend gefallen aber dieses mal kam be mir nie Bond Atmosphäre auf. Das beginnt beim Intro ohne der klassischen Auge-Szene und endet damit, dass das Bond-Theme praktisch aus dem Film verbannt wurde. Auch der Titelsong findet sich kaum im Film wieder.
Was bleibt ist das Gefühl den traditionell schwachen zweiten Übergangsteil einer Trilogie gesehen zu haben.


Schreibst mir aus der Seele. Wobei ich glaube, dass … äh … das
ist generell ein Trend, nicht mehr das Bild von Action transportieren zu wollen, sondern vielmehr das Gefühl. Und da geht’s dann halt nicht mehr so um Übersicht, sondern darum, auch den Zuseher quasi in Stress zu versetzen. Prinzipiell ein interessanter Ansatz, aber bei übertriebenem Einsatz schnell ermüdend.
Streckenweise (also eigentlich schon bei der ersten Autoverfolgungsjagd) habe ich mich ja gefragt, ob ich vielleicht schon zu alt bin, und den neuen Erzähltechniken einfach nicht mehr richtig folgen kann — auch wenn eigentlich gar nicht so viel erzählt wurde. Vielleicht ist es ja ein Fehler von älteren Semestern, alles verfolgen und verstehen zu wollen. Wahrscheinlich sollte man einfach abschalten und sich (vom Film) treiben lassen. Mit dem Gefühl, dass man gar nicht alles erfassen muss, von dem was da grad alles an Interessantem passiert — ein bisserl wie bei der “Sendung ohne Namen” halt. Wenngleich es unfair wäre, deren Erzählstruktur jetzt auf das Niveau dieses Bond runter zu vergleichen.
Normalerweise schau ich mir alle JB Filme an. Seit Casino Royal verzichte ich darauf. Eine Geschichte wird nicht mehr erzählt. Scheinbar verkommt JB zu einer Figur die nur rohe Gewalt darstellt. Da kann man sich auch Rambo oder Stirb Langsam ansehen…
[...] hat ein geekiges Geburtstagsgeschenk bekommen, Max bringt Österreich auf den Punkt, Peter und Dan finden kein Quantum Trost beim neuen Bames Jond. Und ich? Ich sitze mitten im schwer [...]
taditionell schwacher 2. teil, so wie das imperium schlägt zurück, oder?