Öffentlichkeit im Wandel
20. April 2008 von Peter
Ein Comcast Kunde twittert “Comcast sucks“. Frank Eliason, Comcast’s Customer Outreach Manager hat sich eine Twitter-Comcast-Alarm gesetzt und meldet sich darauf bei dem User: “Welcome to Twitter. How can I change your perception?”. Seltsamerweise findet das der Comcast User gar nicht lustig und sieht das als Einbruch in seinen “personal space”. Sein “personal space” bezieht sich also auf “messages publicly available to the world on the Internet”. Da muss der Gute aber aufpassen, dass er nicht in meinen “personal space” eintritt und ich ihn wegen Verschmutzung meines informationsökologischen Biotops wüst beschimpfe
Mal im Ernst - das Internet verändert ganz offensichtlich unsere Wahrnehmung was privat und was öffentlich ist und solche Beispiele zeigen nur wie fundamental, aber scheinbar noch immer zu wenig öffentlich diskutiert, diese Verschiebung ist. Mir selbst ist es auch schon passiert, dass ich aus diesem Blog auf ein anderes Blog verlinkt habe und dann vom Blogger ein überrascht-verständnisloses Mail bekommen habe, wie ich auf die Idee komme ihn zu verlinken, ist sein Blog doch nur für seine Freunde und nicht für die allgemeine Öffentlichkeit bestimmt. Facebook liefert mir auch immer wieder McLuhan’sche Probes dieser Art.
Die Freunde-Verlinkerei der diversen Social Networks suggeriert eine Intimität die so bei weitem nicht vorhanden ist und erfordert eine Diskussion von “privat” und “öffentlich” die über die bekannten soziologisch/habermas’schen/politikwissenschaftlichen Positionen hinausgeht. Die Forschungsgruppe Internet am Graduiertenzentrum der Fakultät für Sozialwissenschaften, Universität Wien hat sich diese Frage dank Axels Diss schon öfters gestellt und viele Beispiele für diesen cultural turn (?) gefunden. Vielleicht braucht es einen psychologischen Zugangsvektor der Öffentlichkeit nicht als soziologisch/gesellschaftlich/politisches Konzept versteht sondern als individuelles abstecken von Grenzen?!
Gefunden auf valleywag.com

[...] paar weitere, ganz öffentliche, Gedanken habe ich mir dazu bei mir zu Hause [...]