Überraschung
9. Januar 2008 von Peter
So, Hillary Clinton hat also die Vorwahlen im US-Bundesstaat New Hampshire überraschend - wie alle sagen - gewonnen! Aber wo ist die Überraschung? Das Umfragen wieder mal NULL Aussagekraft haben und hier ganz offensichtlich nicht mal Tendenzen stimmen?
Vor 48 Stunden sahen alle Umfragen Mrs. Clinton bis zu 12 Punkte hinter Mr. Obama. Nach den Wahlen liegt sie 2 Punkte vor ihm (39:37 Prozent der Stimmen). “Schuld daran” sind die Frauen meinen die Kommentatoren einhellig.
Aufbauend auf Umfragen wurde in den letzten Tagen massiv Stimmung gemacht - und dies obwohl wir doch seit einigen Jahren empirisch belegt wissen, dass die Ergebnisse der Umfragen praktisch nie stimmen. Trotzdem, so mein Eindruck, wird dieses System nicht im geringsten hinterfragt. Auch jetzt sucht man nach Gründen für die “Überraschung” (Frauen, eine etwas adaptierte Botschaft) stellt aber nicht die Grundannahmen die diese “Überraschung” erst ermöglicht haben in Frage. Und wie gesagt ist es ja nicht das erste Mal, dass die Umfrage vor der Wahl wenig bis nichts mit dem Ergebnis nach der Wahl zu tun hat. Alleine die österreichischen Wahlen der letzten Jahre waren für die Meinungsforscher eine Katastrophe nach der anderen.
Irgendwie erinnert mich die Chose an eine Variation von Platons Höhlengleichnis. Wir sitzen in der Höhle und an der Wand werden uns die Zahlen/Schatten der Marktforscher eingeblendet die für uns unhinterfragt zur Realität werden. Zwischendurch verlässt einer kurz die Höhle und liefert uns die realen Zahlen. Wir Höhlenkinder sind überrascht, fragen wie das nur passieren konnte, suchen dei “Schuldigen” die sich nciht Umfragekonform verhalten haben, orientieren uns dazu aber sofort wieder an den Schatten an der Wand.

heulen hilft immer