Jon Fine schreibt in der Business Week über alte und neue Medien. Meistens auch ganz interessant, nimmt er eine intermediary Funktion ein. Nur bei diesem Kommentar zur Web2.0 Konferenz Mitte Oktober in San Francisco, der auch im Print-Magazin erschienen ist, ist einiges durcheinander gekommen.
The fundamental question at this juncture in media history is whether true dominance lies with story or software. So let me clear this one up. Millions of people tell stories now—on blogs, on MySpace , on Flickr —for free. There is a surfeit of storytelling.
Millions of people do not sit around writing software for free. Advantage: programmers. In the tug-of-war between the right-brain of media (the content creators in New York and Los Angeles) and the left-brain of the platform builders, the latter have the upper hand.
Sorry, Jon aber die Open Source Bewegung mag vielleicht nicht auf ein paar gehypte Sites fokusierbar sein, aber die Gegenüberstellung ist so einfach falsch. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass die historisch ältere Open Source Community schon auf einem, wenn man so will, evolutionär höherem Level agiert als die Geschichten- und Bilder-Austauscher. Die Programmierer versuchen nämlich arbeitsteilig ein funktionierendes Produkt herzustellen. Das benötigt Koordination, Absprachen, Zeitpläne, Verlässlichkeit, eine gemeinsame Vision und Vertrauen. All das kann ich bei den Flickrs, Facebooks und Co. nicht erkennen. Blogger und Myspacer sind im Prinzip einzelgängerische Jäger und Sammler die ihre Trophäen auf ihren Seiten präsentieren. Genau das ist es, wenn ich ein YouTube Video in meinem Blog verlinke oder eine Cities I’ve visited Applikation in mein Facebook Profil integriere. Open Source Entwicklung verlangt da nach einer höheren sozialen Differenzierung, die Interdependenzen sind deutlich stärker ausgeprägt.
Aber vielleicht war die Konferenz ein kleiner brainwasher, wenn man sich die folgende Schilderung ansieht :
The conference’s one reality check came during a panel that brought onstage a clutch of Web newbies. When asked to cite their favorite search engines, one woman named Google and online marketplace craigslist. This response brought the house down; geeks found it hilarious that a sellers site could be mistaken for a Google. But there was something to her point. Craigslist indexes so much stuff it practically qualifies as search. And, most important, she showed that a lot of people use the Web only for very prosaic pursuits.
Wie arrogant ist es zu glauben, dass Amazon, Ebay oder Craigslist keine Suchmaschinen sind? Einerseits kommt es darauf an was ich will - will ich eine CD kaufen ist Amazon sicherlich kein Fehler und wenn ich eine Pez Figur für meine Sammlung suche, ist Ebay genau richtig. Andererseits, wenn ich Google verwende tauchen auf der ersten Seite oft auch nur Amazon und Ebay Einträge auf.
Nun ja, vielleicht ist eine Wohnung via Craigslist suchten prosaisch aber ist im Gegenzug ein Bild auf MySpace hochladen fantasievoll und Avantgarde?
I do not think so.
