Klassentrennung in Sozialen Netzwerken und ein persönliches Dilemma
5. November 2007 von Peter
Nachdem unter meinen sozialeren Freunden - einige lassen mich an ihrem Sozialleben mitpartizpieren, was auch mir den Hauch eines Soziallebens gibt - seit einigen Wochen der Facebook-Hype ausgebrochen ist, bedanke ich mich für die Teilhabe mit ein paar Links die ihnen hoffentlich gefallen.
Ausgangspunkt ist dieser Essay “Viewing American class divisions through Facebook and MySpace” danah boyds (sie schreibt sich auch immer in kleinbuchstaben, also lass ich ihr den Spass) in dem sie argumentiert, dass sie Klassenunterschiede in den Communities von Facebook und MySpace beobachtet.
The goodie two shoes, jocks, athletes, or other “good” kids are now going to Facebook. These kids tend to come from families who emphasize education and going to college. They are part of what we’d call hegemonic society. They are primarily white, but not exclusively. They are in honors classes, looking forward to the prom, and live in a world dictated by after school activities.
MySpace is still home for Latino/Hispanic teens, immigrant teens, “burnouts,” “alternative kids,” “art fags,” punks, emos, goths, gangstas, queer kids, and other kids who didn’t play into the dominant high school popularity paradigm. These are kids whose parents didn’t go to college, who are expected to get a job when they finish high school. These are the teens who plan to go into the military immediately after schools. Teens who are really into music or in a band are also on MySpace. MySpace has most of the kids who are socially ostracized at school because they are geeks, freaks, or queers.
Die Beobachtungen boyds sind absolut lesenswert und haben zahlreiche Reaktionen hervorgerufen. Aktuell gibts im zugehörigen Blogeintrag 300 Comments. Einige Poster sind in einen richtigen Meinungsaustausch mit Rede und Gegenrede eingestiegen. Ein Monat nach dem ursprünglichem Posting hat danah ihren KommentatorInnen und KritikerInnen ausführlich geantwortet. Ebenfalls sehr lesenswert.
Jetzt hat sie in diesem Blogeintrag das Thema noch einmal aufgegriffen und ihre Argumentation mit spannenden quantitativen Analysen unterfüttert.
Are there systematic differences between people who use social network sites and those who stay away, despite a familiarity with them? Based on data from a survey administered to a diverse group of young adults, this article looks at the predictors of SNS usage, with particular focus on Facebook, MySpace, Xanga, and Friendster. Findings suggest that use of such sites is not randomly distributed across a group of highly wired users. A person’s gender, race and ethnicity, and parental educational background are all associated with use, but in most cases only when the aggregate concept of social network sites is disaggregated by service. Additionally, people with more experience and autonomy of use are more likely to be users of such sites. Unequal participation based on user background suggests that differential adoption of such services may be contributing to digital inequality.
Genau solche Kommunikationen und den Prozess und die (impliziten) Gesprächsregeln dahinter, wie sie hier stattgefunden haben und nach dem aktuellen Beitrag wohl noch weiter gehen, möchte ich in einem Seminar am Graduiertenzentrum der Uni Wien genauer untersuchen. Dafür habe ich auch ein kurzes Paper zusammengestellt, dass aber, nach der geschätzten Meinung eines Freundes, ein Rohrkrepierer ist. Jetzt stehe ich vor dem Dilemma, dass heute die Deadline für dieses Paper ist, ich aber alles umschreiben und neuschreiben müsste, aber auch der morgige Lehrveranstaltungsblock noch nach ein wenig Zuwendung verlangt. Blöd, wenn man in etwa weiß was man will, aber die passenden Worte fehlen bzw. die Zeit zum Nachdenken fehlt. (Vielleicht gebe ich einfach den Blogeintrag ab.)
@JJ1: Du hast natürlich recht, hier handelt es sich nicht mehr so sehr um Gespräche als um Texte. D.h. es waren Gespräche/(innere) Dialoge die zu Texten wurden und offline wieder zu Gesprächen werden um wahrscheinlich wieder vertextet zu werden. Aber macht nicht die Unmittelbarkeit von Posting und Kommentar eine qualitative Veränderung aus die einem Gespräch schon sehr nahe kommt???

[...] Kritik muss danah boyd (über die ich bei mir schon geschrieben habe und die auch hier verlinkt ist) einstecken aber auch die AoIR gesamt: zu elfenbeinturm, zu [...]
[...] Kritik muss danah boyd (über die ich bei mir schon geschrieben habe und die auch hier verlinkt ist) einstecken aber auch die AoIR gesamt: zu elfenbeinturm, zu [...]