PR oder einfach nur nervige Mails
2. November 2007 von Peter
Chris Anderson ist Autor des sehr erfolgreichen Business-Bestsellers “The Long Tail” und Editor in Chief des Tech-Magazins Wired. Als solcher bekommt er täglich über 300 Mails von PR-Menschen, Publicists etc. die ihm Geschichten verkaufen wollen. Wie Chris schreibt, landet ein Großteil der Mails bei ihm aus purer Faulheit der PR-Menschen. Chris meint, dass Menschen die ihm bzw dem Magazin etwas verkaufen wollen, sich auch die Zeit nehmen sollten die richtige Ansprechperson zu finden oder zumindest nicht ihm sondern dem Editorial Team zu schreiben. Um etwas zu verändern ist er nun in die Offensive gegangen:
So fair warning: I only want two kinds of email: those from people I know, and those from people who have taken the time to find out what I’m interested in and composed a note meant to appeal to that (I love those emails; indeed, that’s why my email address is public).
Von nun an gilt:
Everything else gets banned on first abuse.
There is no getting off this list.
Aber es blieb nicht nur bei der Warnung. Chris hat auch die von ihm geblockten E-Mailadressen in seinem Blog veröffentlicht.
All of them have sent me something inappropriate at some point in the past 30 days. Many of them sent press releases; others just added me to a distribution list without asking. If their address gets harvested by spammers by being published here, so be it–turnabout is fair play.
Während ich noch immer auf meinen 100. Comment warte hat dieses Posting bei ihm mit 300 Postings einen wahren Comment-Regen ausgelöst. Während einige die Selbsthilfe gut verstehen, pitchen andere Publicists dass sie nicht auf der Liste stehen und man deswegen zu ihnen wechseln sollte. Es gibt auch sehr viele PR-Profis die mit der Aktion überhaupt nicht einverstanden sind und in eine typische Abwehrhaltung gehen: Angriff ist die beste Verteidigung:
Chris should take this up with his colleagues in the industry, who ignore weeks of perfectly well-targeted email pitches in advance of planned features only to call us 20 minutes before their deadlines demanding we scramble for an interview. Or those who fail to show up for double-confirmed interviews.
Spannend was so ein kleines Posting eines A-List Bloggers so alles auslösen kann. Chris hat ein individuelles Problem angesprochen und sich in dem Posting auch ganz auf seine Erfahrung beschränkt. Wie das Zitat oben zeigt kann daraus aber auch ganz schnell ein “Branchenproblem” werden zu dem jeder sein kleines Missverständnis oder eine Enttäuschung beitragen kann. Abgesehen davon, dass so eine kleine private Liste schnell zur Benchmark wird wer gut und wer böse ist. (Siehe die hiesige Blogchartsdebatte im Sommer.)
Kein Wunder dass andere Branchen-Seiten das Thema aufgreifen und einige schon von Flame-Wars in der PR-Branche schreiben.
Chris hat in einem zweiten Posting die Comments aufgegriffen und mittlerweile gibts auch unter diesem Posting Tonnen an Comments. Sehr lustig diese Debatte aus Rechtfertigung, Anschuldigung, Entschuldigung etc.
