Innere Sicherheit in Gefahr
7. Oktober 2007 von Peter
Fällt eigentlich nur mir auf, dass der österreichische Innenminister im Zusammenhang mit der Abschiebung der Familie Zogaj und dem untertauchen der Tochter Arigona eine Sprache verwendet die aus der Schublade “Reden für den Terrorismus-Notfall” stammt?
Der Staat darf sich nicht erpressen lassen. Wir werden uns nicht in die Knie zwingen lassen.
Aber Hallo!!! Herr Minister, muss ich mir Sorgen um die Innere Sicherheit machen??? Eine 15-jährige deren Eltern abgeschoben wurden und die sich irgendwo versteckt, ist also die neue Staatsfeindin Nr. 1. Wenns nicht so traurig und ernst wäre, würde ich ja für einen flächendeckenden Einsatz unserer tollen Eurofighter plädieren, weil für den Terrorismusfall den Platter hier ausruft, geben wir ja mehrere Milliarden aus, währenddessen wir uns offensichtlich diese Familie nicht mehr leisten können. Vielleicht können unsere Superbomber Arigona ja orten und am Besten gleich mit den supertollen Lenkwaffen liquidieren. Sie könnte ja Unschuldige gefährden. Schließlich darf sich ein Staat nicht erpressen lassen, schon gar nicht von einer 15-jährigen. Schäubles übergesetzlicher Notstand, den Platter auch bei uns so gerne hätte, könnte seinen ersten Präzedenzfall finden.
Aber ich will nicht nur polemisieren. Wie clever einen Kommunikation ist, die eine Person zuerst ins Terrorismuseck (siehe Sprachgestus) stellt und NULL Kompromissbereitschaft signalisiert, um sie dann aufzufordern sich zu melden (man könnte auch sagen sich zu stellen), angeblich “weil es es mir ein wirkliches Anliegen ist”, steht eigentlich ausser jeglicher Diskussion. Jeder Mensch mit auch nur halbwegs intakten sozialen Fähigkeiten weiß, dass drohen und beharren auf dem eigenen Standpunkt der direkte Weg zum Gegenteil der gewünschten Handlung ist.
Platter ist, einmal mehr, rücktrittsreif.
