Muss es schön sein Apple Kunde zu sein
8. September 2007 von Peter
Apple macht sein iPhone gleich um $200 billiger ratterte es diese Woche über die Newsticker. Daraufhin begann zwischen einem Freund und mir eine kleine Diskussion ob die Aktion frech ist und was es heutzutage kostet ein early adopter zu sein. Meine Position war jene, dass man von Menschen die freiwillig, öffentlichkeitswirksam tagelang vor Shops campieren um dann allen ihre Hippness aufs Aug’ zu drücken, ruhig ein Premium verlangen kann.
Um die $200 konnten sie sich ein paar Tage/Wochen besser als der Rest fühlen, waren Teil einer speziellen Gemeinschaft und waren im Fokus neidischer Blicke. Besser kann man sein Geld zu Steigerung des Egos eigentlich nur in einschlägigen Drogen anlegen - wobei ja auch die nach einger Zeit nicht mehr so gut wirken bzw. $200 viel zu wenig sind um mehrere Wochen obenauf zu sein. Gesundheitliche Folgeschäden mal gar nicht einkalkuliert.

Und unter den legalen Ego-Boost-Anlage-Optionen fallen mir maximal andere Konsumprodukte ein, denn selbst der beste Psychotherapeut kann in zwei oder drei Einheiten nicht so viel Veränderung unterstützen, wie von den neidischen Blicken einer vollenU-Bahn zur Stosszeit ausgeht.
Offensichtlich konnten sich nicht alle iPhone Käufer meiner Argumentation anschließen, beschwerten sich beim Chef persönlich und deswegen bekommen sie nun, zur großen Überraschung, einen $100 Gutschein um ihr angekratztes Selbstbewußtsein in Apple Shop wieder aufzupolieren.
Dann gibts aber auch noch Apple User wie Lisa:
i paid for my iphone just what it was worth to me when i bought it. and i haven’t regretted a moment, and i tell anyone who asks me just that. i would pay that much all over again. and anyone who wants anything in the marketplace pays exactly what the market will bear.
Lisa will kein Geld zurück, sie würde, auch aus einer aktuellen persönlichen Betroffenheit, das Geld lieber karitativen Zwecken zuführen. Eine Idee auf die der klassische “ich will jedes Jahr ein neues gratis Handy” Knsument nicht kommen würde und was eine Kultmarke, ein Lovemark, vom normalen Markenprodukt unterschiedet.
Douglas Atkin hat die Prozesse und Strukturen hinter einer Kultmarke vor drei Jahren in The Culting of Brands, u.a. auch am Beispiel Apple, mit sehr viel insight beschrieben. Absolut lesenswert!
