deutscheblogcharts.de oder deutscheblogcharts.com
24. August 2007 von Peter
Da hat es heute ein wenig im Blog-Karton gerappelt als Max und Ritchie ihre Blogcharts ins Netz gestellt haben. Jens der seit längerem die .de Version herausbringt ist (verständlich?) nicht sehr glücklich darüber, dass es jetzt auch eine .com Adresse gibt, die noch dazu layouttechnisch genau so aussieht wie seine .de Version. Ob man eine Word Tabelle die als html abgespeichert wird als Layout im engeren Sinne bezeichnen kann - darüber sollen sich Designer streiten.
In den Comments zu Jens Blogeintrag sind ja auch einige pros und cons zu finden. Ein Beitrag, nämlich der Anonyme, ist von mir. (Sorry, ich war in Eile, habe schnell geklickt und statt meinem Google Account Anonym erwischt und abgeschickt.) Deshalb mein Eintrag hier nochmals. Ich will mir ja nicht Kiergegaardsche Verantwortungslosigkeit durch Anonymität (selbst) vorwerfen.
Ein kleiner Vergleich: Jeder Musiksender macht seine eigenen Charts. Jedes Musikmagazin macht seine eigenen Charts. Dann gibts noch die itunes charts, die lastfm charts und viele mehr. Warum soll es so etwas nicht auch in der Welt der Blogs geben? Auch der Name ist überall sehr ähnlich genauso wie die Struktur. Oben steht der 1 und unten der letzte. Das Domainähnlichkeiten gerne verwendet werden um ein paar Hits abzustauben ist auch nix neues, damit haben alle halbwegs erfolgreichen Seiten zu leben. Und ausserdem wird schon der Markt entscheiden ob die einen oder den anderen Charts mehr Einfluss haben.
Um was es im Endeffekt in dieser Diskussion gehen sollte, ist die Frage der Methode. Und da ich die beiden kenne, denke ich mal, dass es ihnen auch darum geht, mal aufzuzeigen wie wenig wir Wissen und wie gerne wir dieses Wissen als absolut, glaubwürdig und in Stein gemeisselt ansehen. Wer hinterfrägt Technorati Statistiken? Oder Google Ergebnisse oder Rankings? Durch wen und wie können Algorithmen überprüft werden die besser bewacht werden als das sprichwörtliche Fort Knox? Vor kurzem habe ich eine Story über einen Myspace User gelesen der unzählige Accounts angelegt hat um seine Seiten zu pushen. (Finde die Story grad nicht. Vielleicht war es eine andere Social Media Site.) Irgendwo gibt es sicher auch Vermittler die Friends “verkaufen”. Hier werfen Maschinen (= eine Black Box) Zahlen aus, die kaum bis gar nicht hinterfragt werden, die aber durchaus Realität konstruieren. (Wer klickt sich in seinen Google Ergebnissen bis zur 3. Seite weiter?)
Also, vielleicht kann man diese Aufregung positiv nutzen und mal in aller Ruhe über die Methoden dieser (und anderer) Ranglisten diskutieren.
Disclaimer: Ich bin sicher nicht gänzlich unparteiisch da ich Max und Ritchie persönlich sehr gut kenne, Jens hingegen nicht. Mein Frage nach der Methode tangiert das aber in keiner Weise. Ausserdem verfolge ich in dieser Sache keinerlei Interessen da ich weder in der einen noch der anderen Rangliste stehe.

Das Internet ist als öffentliches Medium zu sehen. Allein deswegen ist die Diskussion ob man seine eigenen Charts haben möchte müßig.
Wer eine Seite basteln möchte soll das nach seinen eigenen Kriterien machen dürfen. Da sollte niemand sonst reinfunken.
Martin