Wie kann man nur ohne den ORF leben
22. August 2007 von Peter
Vor nicht all zu langer Zeit habe ich hier gefragt was Doping und die GIS gemeinsam haben.
Vielleicht hat das ein GIS Mitarbeiter (Gebühren Info Service – Kirchensteueräquivalent für alle Tv- und Radio Besitzer) gelesen und sich so geärgert dass er mir gleich einen Brief schreiben musste. Offensichtlich ist es für den ORF und seine Vollstrecker vom GIS schwer zu glauben, dass man ohne ihren Diensten auskommen kann. So unglaublich, dass sie sich eine Auskunftspflicht gleich im Rundfunkgebührengesetz festschrieben liessen – die sie nun als Ausrede für ihre Belästigung vorbringen. “Wir sind von Gesetz wegen verpflichtet nachzufragen…” – ja eh, das gemeine Gesetz will es so, aber eigentlich interessiert es euch eh nicht. Motto: Nicht wir sind schuld sondern die pöse pöse Politik. Die Schuld bei anderen suchen hat “am Berg” Tradition, hat sich doch auch Superalex kürzlich beschwert, dass die Seher sein tolles Programm nicht würdigen.
Es reicht also aus eine Wohnung zu mieten um sofort als potentieller Gebührenpreller zu gelten – selbst dann wenn man z.B. eigentlich wo anders seinen Hauptwohnsitz hat. Wie gesagt, eine interessante Kausalität die mich an Computerspieler = Amokläufer erinnert und die mich jetzt dazu zwingt ein Formular auszufüllen in das Rückkuvert zu stecken und weil das perfide keine Grenzen kennt: “Falls Marke zur Hand, bitte auch hier um ausreichende Sendegebühr.” Da hat wohl jemand in der Witzekiste geschlafen. Ich soll also auch noch für meine Leermeldung zahlen. WTF!!!!!!!
Und auch mit der Umstellung auf verschlüsseltes digitales Fernsehen hört der Spuk nicht auf. Ein Tiroler Jurist mit Satellitenanlage aber ohne DVB-T-Box (d.h. er kann das ORF Angebot nicht entschlüsseln, Mattscheibe bleibt schwarz) wurde zur Zahlung in zweiter Instanz verpflichtet weil er eine Anlage hat, die das Empfangen des ORF-Programms grundsätzlich ermöglicht und das genüge für die Gebührenpflicht, hieß es vom Finanzamt für Gebühren. Die Anschaffung eines Empfangsgerätes liege in der Verantwortung des Konsumenten.
Mir fallen dazu nur ein paar geschmacklose, blutige Vergleiche ein, die ich lieber für mich behalte und statt dessen den Vorschlag von derstandart.at User Liam N. ventiliere: na dann beantragen wir alle Kindergeld, weil Kinder zu zeugen ist ja auch grundsätzlich möglich…
Auch das ist nicht ganz so verrückt wie es im ersten Moment klingen mag, schließlich können auch Unternehmen (in den USA) die “Mark-to-market” Buchführung anwenden, die ihnen ermöglicht erwartete Gewinne aus langfristigen Geschäften sofort gutzuschreiben. Details bitte bei Jeffrey Skilling und seinen ehem. Kollegen bei Enron erfragen oder demnächst bei brandeins nachlesen.
Wenn der ORF seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag genauso ernst nehmen würde wie die GIS die Geldeintreiberei …
