Sind wir zutiefst oder höchst motiviert?
11. August 2007 von Peter
Gerade in den RTL Spätnachrichten zum Bergwerksunglück in den USA:
“Die Hilfskräfte sind zutiefst motiviert.”
Das nenne ich mal eine Metapher die daneben gegangen ist.
Im Zusammenhang mit seit sechs Tagen verschütteten Bergleuten von Tiefe zu sprechen ist nicht sehr glücklich. Vor allem auch weil Motivation so schön in der Kategorie hoch-tief, viel-wenig funktioniert. Man ist hoch motiviert, sehr motiviert, voll motiviert, super motiviert bis hin zu übermotiviert oder eben gar nicht motiviert, null motiviert, wenig motiviert, mangelhaft motiviert und manchmal soll auch schon die Motivation den Tiefpunkt erricht haben. Warum sollte man also speziell in dem Zusammenhang gerade tief motiviert sein? Das löst doch die falschen Assoziationen aus.
Google findet zum String “zutiefst motiviert” nur 123 Vorkommen (in Österreich nur vier). Für den String “höchst motiviert” gibt es immerhin 993 Treffer, 732 davon aus Österreich. (Insgesamt überraschend wenig Treffer. Scheinbar schreibt man nicht gerne über seine Motivation in Superlativen.)
Und dann habe ich noch diesen Satz für meine Argumentationsseite gefunden der das Dilemma gut aphorisiert: Zutiefst befriedigt fühle ich mich höchst zufrieden. Wer hätte gedacht, wie nah hoch und tief beieinander liegen.
Gegenargumente?
