Das unvermeidliche an Weihnachten ist natürlich Wham’s Last Christmas auf allen Kanälen. Natürlich auch auf allen MTV und me-too Sendern. Nun erübrigt sich, ob der tiefen Weisheit des Facebook Eintrags von Hannes, jegliche Bewertung des Originals.
resistance is futile…bester weihnachtssong ever!!!
Die Darstellung des oberflächlich idealen Weihnachtsfestes ist so archetypisch für die 1980er, dass der Vorstellung Weihnachten (bis Silvester) auf einer lauschigen Hütte in den Bergen zu verbringen, kaum jemand aus meiner Generation entkommen konnte und kann.
Umso schlimmer, und das keinesfalls nur im Vergleich zum Original, ist die Version von Cascada; gerade auf Viva aufgeschnappt. Für eine musikalische Bewertung – naja kann sich ja jeder selbst ein Ohr machen (kein Bild, komische Metapher, bis vor kurzem war Synesthesie noch eine Krankheit).
Interessanter ist hier das Video, in dem ebenfalls ein ideales Weihnachtsfest gezeigt wird. Nur diesmal eben 2009 Großraumdisko Style. Und hier paßt nichts zusammen. Während das Original in Musik, Gesang, Lyrics und Video ineinander greift und sich die Komponenten gegenseitig unterstützen läuft bei Cascada alles auseinander. Der stampfende Beat, der Juhu Gesang ohne Kontakt zu den Lyrics und daneben eine Weihnachtsfeier der Band plus Freunden in einer Altbauwohnung mit weißen Wänden und einem silbernen Geweih (vom Arsch an die Wand?) und weißen Ikea Regalen. Alle grinsen wie Hutschpferde, keine versteckten Blicke und Andeutungen. Nur eine vollkommen willkürliche Abschiedszene gefolgt von einer zum Refrain happy abtanzenden Sängerin.
Nicht, dass dieses Video irgendeine Wichtigkeit hätte, aber wenn das hier gezeigte “ideale” Weihnachten, und wer zitiert bzw covert stellt sich ja absichtlich in einen Konnex, das Idealbild von Weihnachten kommender Generationen so prägen will wie das Original, dann ist in 25 Jahren Weihnachten wie jede andere Wohnungsparty. Nur dass dann statt dem Typ mit dem 6er Tragerl, ein Typ mit einem Baum in der Tür steht. Aber sonst läuft alles nebeneinander her.
Leute, wie kann man so ein Cover machen und dann auch noch so ein Video dazu? Wie kann man sein Thema so verfehlen? Das ist respektlos!
Der in Zeitungen kolportierte Schaden von mindestens 1000 Euro pro Steuerzahler hat mich auf eine Idee gebracht. Für eben diesen Tausender den ich weniger an Pröll und Freunde in der Hinteren Zollamtsstraße überweise, lege ich noch mal 500 Euro drauf und unterstütze damit ein sozial und gesellschaftlich sinnvolles Projekt. Davon verspreche ich mir weit mehr Transparenz, Mehrwert und Nachhaltigkeit als die zum Teil mafiösen bzw. demokratiefeindlichen Geschäfte einer Bank/Politik zu unterstützen bzw. reinzuwaschen. Think global, act local.
Auch wenn Pröll jetzt meint, jeden Beleg in der Bank fünf mal umdrehen zu wollen – ich habe einfach kein Vertrauen mehr in ein System das zwar dauernd von Kontrolle und nachhaltigem wirtschaften spricht, in der Umsetzung aber NUR versagt.
Einige Stichworte die mir spontan einfallen: ÖIAG, ASFINAG, FMA, ÖBB, AUA, Skylink, SVA, HGAA, Constantia Privatbank, Immofinanz, AWD, AvW, Pratervorplatz, …
Im Sommersemester 2008 durfte ich gemeinsam mit Irene Zavarsky an der Ringvorlesung “Kritische Ansätze zu Politik und Ökonomie im globalisierten Kapitalismus” von Dr. Peter Fleissner am Institut für Politikwissenschaft mitwirken. Aus den Beiträgen der Vortragenden und der Studierenden (was mich sehr freut) ist nun ein Sammelband entstanden der am kommenden Samstag 5.9.09 um 14.30 auf der Siebensternbühne beim Volksstimme Fest präsentiert und diskutiert wird.
In unserem Beitrag haben sich Irene und ich mit der Re/Produktion kapitalistischer Strukturen in Film und Fernsehen auseinandergesetzt und uns neben einer historischen Herleitung im besonderen mit der Sendung “Extreme Makeover Home Edition” beschäftigt. Aus heutiger Sicht würde ich unserer Analyse noch ein paar Sätze zum Zusammenhang zwischen solchen Heimwerker Sendungen und der Amerikanischen Häuser Blase und der Finanzkrise hinzufügen. Aber auch ohne dem Zusatz ist uns ein guter, lesenswerter Artikel gelungen. (Eigenlob stinkt, ja, ja, aber ich darf das sagen, habe den Artikel gerade nochmal gelesen und finde ihn noch immer gut.)
Da die Sendung in Österreich eher unbekannt ist (auf DMAX spielt es stark geschnittene Episoden), hier ein Beispiel:
Wer jetzt Interesse bekommen hat, kann den Band direkt am Volkssimmte Fest kaufen oder bei transform!at oder beim Trafo Verlag in Berlin erstehen.
Falls jemand eine Rezension zum Buch schreiben kann, bitte bei mir melden, dann checke ich ein Rezensionsexemplar.
Fleissner,Peter/Wanek, Natascha (Hrsg.):
BruchStücke. Kritische Ansätze zu Politik und Ökonomie im globalisierten Kapitalismus
Materialien zur Ringvorlesung Sommersemester 2008 Universität Wien, 2009, 392 S., zahlr. Abb., ISBN 978-3-89626-837-2, 29,80 EUR
Inhaltsverzeichnis:
Vorwort
Einleitung
Es ist zum Kotzen. Menü wider unser Parasitentum
Birge Krondorfer
Krise der Finanzmarktpolitik als Speerspitze des neoliberalen Paradigmas –Schwächen, Auswirkungen und Alternativen
Ajla Lubic
Elemente einer Politischen Ökologie des Klimawandels – Überlebt der Kapitalismus die Klimakrise?
Josef Baum
Subsistenz im globalisierten Kapitalismus
Sabine Topf
Mythos Effizienz – Zur Umcodierung der Arbeit durch die Logik des Kapitals
Peter Moeschl
Informationsgesellschaft – Drei Dialektiken
Wolfgang Hofkirchner
Grundlagen der Kritik der Politischen Ökonomie der Medien
Christian Fuchs
Re/Produktion kapitalistischer Strukturen in Film und Fernsehen oder »The way God and Madison Avenue intended!«
Peter Steinberger und Irene Zavarsky
Globalisierung von Forschung und Entwicklung – von Trends, Nutzen, und Befürchtungen
Wolfgang Polt und Matthias Weber
Her mit dem ganzen Leben – Geschichte, Theorie und Ergebnisse der Feministischen Bewegung
Christine Reiterlechner
Vom fordistischen Feminismus zur Theorie der Geschlechterverhältnisse
Heidi Ambrosch
Feminismus Heute: eine neue Welle der Frauenbewegung?
Carla Küffner
Gebärmaschinen und Mitläuferinnen? – Zum Umgang der »Neuen Frauenbewegung« mit Nationalsozialismus und Antisemitismus
Ljiljana Radonic
Körperpolitik in Zeiten des Neoliberalismus
Lisbeth N. Trallori
Zur Kritik der Zukunft des Menschseins – Anthropotechnik versus Autonomie?
Josef Rhemann
(Bio-)Technologische Innovationen in Wechselwirkung – Sondierungen zur Analyse und Bewertung von Anthropotechniken
Margarete Maurer
Föten ohne Frauen. Eingriffe der Fetalchirurgie und das Recht auf körperliche Integrität
Katharina Lacina
Neue Machtverhältnisse brauchen neue Durchsetzungsstrategien
Christine Bauer-Jelinek
Veränderung der Machtverhältnisse im Prozess der Globalisierung. Das Beispiel der Arbeitsbeziehungen
Franz Ofner
Macht macht arm. Ein Vergleich von Theorien über Machtstrategien im globalisierten Kapitalismus
Thomas Stiegmaier
Neoliberale Hegemonie? Zur Aktualität von Gramscis ›alternativem Marxismus‹
Ingo Lauggas
Die Basis einer Theorie. Antonio Gramsci und die ArbeiterInnenbewegung
Sabine Hattinger
Postoperaismus. Immaterielle Arbeit und Subjektkonstitution
Stefan Vater und Heide Hammer
Can Schools compensate for Society? Basil Bernsteins Theorie der pädagogischen Codes
Michael Sertl
Learning to labour – die Reproduktion sozialer Ungleichheit durch das Bildungssystem
Ingolf Erler
Anforderungen der kritischen Theorie an die politische Bildung
Ina Freudenschuß
Über das europäische Sozialmodell im Zeitalter der kapitalistischen Krise
Walter Baier
Klarstellungen zum bedingungslosen garantierten Grundeinkommen
Karl Reitter
Zur Einführung eines Grundeinkommens in Österreich
Peter Fleissner
Feedback von Studierenden
Vorlesungsplan (Ort: Universität Wien, Hauptgebäude, HS 32)
More and more, “production” — that word my fellow economists have worked over for generations — has become interior to the human mind rather than set on a factory floor. A tweet may not look like much, but its value lies in the mental dimension. You use Twitter, Facebook, MySpace, and other Web services to construct a complex meld of stories, images, and feelings in your mind. No single bit seems weighty on its own, but the resulting blend is rich in joy, emotion, and suspense.
Im zweiten Text argumentiert Douglas Rushkoff sehr schön die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge der unterschiedlichen Booms (Biotech, Dot com, Housing) der letzten 25 Jahre. Wichtig ist auch sein Hinweis, dass die Finanzkrise schon mit der dot com Blase begonnen hat, weil die VC Gelder die da geflossen sind, nichts mit realen Investitionsmöglichkeiten zu tun hatten. Warum braucht ein Startup das aus 10 Geeks besteht und einen XYZ Client programmiert 5 Mio Dollar Kapital?
Problem was, the dot.com industry–while certainly fun and wonderful–could not support this level of investment. There just wasn’t so very much more profit in doing things with chips and wires that used to be done with paper and people. Thus, the crash.
In an effort to orchestrate a soft landing, Alan Greenspan looked for someplace all the money printed for the dot.com boom to go. Real estate was the obvious choice. Banks were enabled to stay in the leveraged lending business, and homes became the asset class to fill in for Pets.com and Lucent.
Aber es wäre nicht Rushkoff würde er nicht einen optimistischen Ausblick finden:
While we rightly mourn the collapse of a state’s economy, as well as the many that are to follow, we must–at the very least–acknowledge the real culprit. For digital technology not only killed the speculative economy, but stands ready to build us a real one.
Vor einiger Zeit bin ich nach Sizilien geflogen. Hinflug mit Alitalia bzw Air One ging gut. Der Rückflug mit eben dieser heiligen (?) Allianz artete zu einer zweitägigen Odysee aus. Genaueres kann man bei Iza nachlesen.
Wir haben nur einen Brief bekommen, indem man sich für nicht zuständig erklärt. Nächstes mal schreiben wir einen Song wie die Sons of Maxwell. Ob die wenigstens eine Entschuldigung bekommen?
In the spring of 2008, Sons of Maxwell were traveling to Nebraska for a one-week tour and my Taylor guitar was witnessed being thrown by United Airlines baggage handlers in Chicago. I discovered later that the $3500 guitar was severely damaged. They didnt deny the experience occurred but for nine months the various people I communicated with put the responsibility for dealing with the damage on everyone other than themselves and finally said they would do nothing to compensate me for my loss. So I promised the last person to finally say no to compensation (Ms. Irlweg) that I would write and produce three songs about my experience with United Airlines and make videos for each to be viewed online by anyone in the world. United: Song 1 is the first of those songs. United: Song 2 has been written and video production is underway. United: Song 3 is coming. I promise.
Wissenbelastet war vor kurzem Teilnehmer einer Podiumsdiskussion mit Gerhard Ruiss von der IG Autoren. Herr Ruiss hat dort mehr oder weniger den Standpunkt vertreten, dass er selbst entscheiden will, wer seine Texte lesen kann/darf und deswegen gegen jegliche Digitalisierung, Google Books etc ist. Viva Copyright! (Ich traue mir jetzt gar kein Buch von Herrn Ruiss zu kaufen, ohne ihm das in einem Brief mitzuteilen. Just to keep him informed.)
Wenn Herr Ruiss sieht was Chris Anderson macht, muss er wahrscheinlich direkt aufs Klo zum Kotzen laufen.
Und neben der online lesbaren Version (unten) gibts auch noch das Ganze als Audiobook (285MB). Selbstverständlich for FREE.
Manchmal ist es schon lustig durch seine Referer zu schauen. Da kommt nämlich jemand von Telepolis zu mir. Und tatsächlich, vor mittlerweile sieben Jahren (2002) habe ich im DiplomandInnen Seminar von Frank Hartmann ein Referat zum Konzept der Noosphäre bei Teilhard de Chardin gehalten. Eine Art Abstract des Referats ist online. Dieses hat wohl der Autor des Telepolis Artikels Gottes Geist in der Noosphäre gefunden und verlinkt. Das war im November 2008. Von da an hat es nur mehr ein halbes Jahr gedauert, bis auch ich das mitbekommen habe. Vielleicht sollte ich mein Online Reputation Management überdenken
Die Noosphäre wurde auch von der Esoterik schnell aufgegriffen. Peter Steinberger behauptet sogar in Das Konzept der Noosphäre, der Begriff sei zum Zentralbegriff der Esoterik der Digitalnetze geworden.
Cool, so normativ wie das hier steht könnte man glauben, dass der Text mindestens ein Buch ist und meine Behauptung quasi das Extrakt einer ausführlichen Auseinandersetzung. Dabei ist es eigentlich nur der letzte Satz des Abstracts und irgendwie fühle ich mich falsch verstanden. Ich schrieb:
McLuhan hat sich der Idee der Noosphäre angenommen, passt es doch sehr gut in sein Konzept Technik und Gesellschaft zusammen zu denken. Er nahm das theologische Konzept von Teilhard de Chardin auf und enttheologisierte es. Als Schlüsselfigur der Medientheorie verhalf er besonders dem Begriff der “Noosphäre” zu einer großen Verbreitung bei den Theoretikern und Praktikern der Virtual Reality. McLuhan spricht selbst von einer “kosmische[n] Membran, die sich durch die elektrische Erweiterung unserer verschiedenen Sinne rund um den Globus gelegt hat. Diese Hinausstellung unserer Sinne schuf das, was Teilhard de Chardin die “Noosphäre” nennt: ein technisches Gehirn für die Welt.”
Von diesem Transfer McLuhans ausgehend scheint nun der Begriff in der Digitalszene rezipiert worden zu sein, ohne die theologische Herkunft noch mitzutransportieren. “Noosphere” ist so zum Zentralbegriff der Esoterik der Digitalnetze geworden.
Und wenn ich mir das McLuhan Zitat in Bezug auf Facebook, Twitter und Co. ansehe, dann ist der Begriff Noosphäre wohl genau so out and dated wie Virtual Reality, das Konzept dahinter, vielleicht würde man es heute eher als Emergenz beschreiben, aber durchaus aktuell und mit Verlaub, weitaus weniger esoterisch als 2002. Aber was heißt esoterisch in dem Zusammenhang überhaupt? Ich meinte nämlich nicht, dass die Esoteriker (Wünschelrutengänger, Energieflusstherapeuten etc.) mit Homepage sich den Begriff unter den Nagel gerissen hätten, wie das erste Zitat, bzw. der Telelpolis Text in dem es weitgehend um die katholische Kirche im Internet geht, nahelegt. Vielmehr wollte ich darauf hinaus, dass es 2002 einige esoterisch anmutende Erklärungen zum Phänomen Internet gibt und dass sich in vielen dieser Erklärungsansätze das weitgehend enttheologisierte Konzept der Noosphäre wiederfindet.
Max Kothbauer, Vorsitzender des Universitätsrates, schreibt einen Kommentar der Anderen wie super die Universitäten in den letzten Jahren reformiert wurden und zeigt dabei, unbeabsichtigt aber eindrucksvoll, wie kaputt dieses System ist. Wie so mancher Kommentar in letzter Zeit, versuche ich mal zur Ehrenrettung von Herrn Kothbauer auszulegen, dient wohl auch diese Märchenerzählung mehr der Kommunikation nach Innen als nach Aussen.
Im vorletzten Blogposting habe ich über die zunehmende Radikalisierung der Sprache (und folglich Ansichten) in den großen Österreichischen Onlineforen geschrieben.
Bei praktisch jedem Thema dreht es sich früher als später um Migration, Zuwanderung und Ausländer. Eine “Ausländer raus” Haltung versuchen die wenigsten noch halbwegs zu verschleiern. Das Thema ist dabei zweitrangig. Anti-Ausländer Stimmung kann man scheinbar bei jedem Thema machen.
Die aktuelle Wertestudie (repräsentativ, 1500 Befragte) gießt nun Öl in meine Beobachtung. Der Standard titelt:
Studie: Sehnsucht nach dem “starken Mann”
Autoritätsgläubig statt liberal, ausländerfeindlich statt weltoffen – Die aktuelle Wertestudie belegt nun, dass genau diese Einstellungen in der Bevölkerung sogar angestiegen sind
Ich möchte die Ergebnisse nicht wiederkäuen. Sie sind zu deprimierend und machen mich zumindest für den Moment sprachlos. Genaueres kann man in dem Artikel und der Infografik nachlesen.
“Wo strenge Autorität ist, dort ist auch Gerechtigkeit.”
Das klingt wie eine provokative, schnell aus dem Ärmel geschüttelte Aussage aus unserer Internetrat Präsentation beim Barcamp Wien am Samstag, wohl in der Hoffnung getätigt, dass man uns dafür vor die Türe setzt – und dem stimmen 27% der ÖsterreicherInnen zu.
Was kommt als nächstes zurück? Die g’sunde Watschn und der Rohrstock als Insignien der strengen Autorität und damit zur Stärkung der Gerechtigkeit?